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Endstation Pasta:

Bericht aus der Schwäbischen Zeitung vom 24.09.08

Hannes Hauptkorn mag's anspruchsvoll


LEUTKIRCH - Hannes Hauptkorn hat ein über einstündiges schauspielerisches Feuerwerk gezündet. Am Sonntag ist er in der Malztenne der Brauerei Härle mit dem Stück "Endstation Pasta" aufgetreten.

Mit seiner Komödie "Endstation Pasta" von J.-M. Räber hat der gelernte Schauspieler und Leutkircher Hannes Hauptkorn wieder einmal seine höchst eigene Vorstellung von unterhaltsamem und zugleich anspruchsvollem Kabarett aufgezeigt, gemäß des eingespielten bekannten Songs von Frank Sinatra "I did it my way": Hauptkorn baut dabei auf die ganze Palette seines schauspielerischen Könnens und verzichtet inhaltlich weitestgehend auf Plattitüden und kurzatmige Effekthascherei. Ein guter Kniff war diesmal die reale Zubereitung von Spaghetti Bolognese für ein verabredetes Essen mit seiner "Helga", auf einer Bühne, die in eine funktionsfähige Küche umgebaut wurde.

Leidenschaftlicher Koch

An diesem (Nudel-)Faden entlang hangelnd bricht nun bei diesem leidenschaftlichen Koch schon bei kleinsten Anlässen immer wieder die Fantasie ungebremst durch: Alle Register ziehend, nimmt Hauptkorn seine Zuschauer in Monologen, Pantomime, extatischer Aktion und laszivem orientalischem Tanz mit auf eine Weltreise, immer auf der Suche nach seiner Angebeteten, die allerdings-durchweg in ungeglückten Annäherungsversuchen endet.

Mit viel Tempo gerät er dabei gekonnt in unterschiedlichste Rollen und Situationen, um dann aber genau so abrupt wieder in die Wirklichkeit seiner dampfenden Küche zurückzufallen.

Auf diese Weise gelingt ein faszinierender kulinarischer Theaterabend, in dem zum Schluss aufgrund perfekter Regie-die Sauce nicht angebrannt ist und die Spaghetti wirklich auf dem Punkt, also "al dente", sind.

 (Erschienen: 24.09.2008)

 

 













 

 

Bericht aus der Westallgäuer Zeitung (18.03.2009)

Hannes Hauptkorn stürzt sich in das Unternehmen Pasta und steigert sich zu hochkomischer Theatralik

Nein, dass Helga nicht zum Essen kommt, ist wirklich nicht schlimm. Es hat vollkommen gereicht, dass Arthur für sie Spaghetti Bolognese gekocht hat und das Publikum bei dieser Gelegenheit in die Töpfe und in etliche Winkel seiner revolutionären Seele gucken ließ.

«Endstation Pasta» hieß es am Samstag in der Cafeteria der Lebenshilfe in Lindenberg. Gut 30 Zuschauer waren gekommen, darunter auch einige Kinder. Ein paar Minuten des Wartens und eine Stimme aus dem Publikum: «Ich hab schon Hunger» - dann war Hannes Hauptkorn auf der Bühne.

Mit Ziegenbärtchen und Unterhemd. Und bereit, sich als Arthur in das Unternehmen Pasta zu stürzen. Ein Stück von J. M. Räber. Das kochkursmäßig anläuft mit Möhren und Zwiebeln schneiden und allerlei Hinweisen auf die richtige Anwendung der Zutaten, angereichert mit diversen Ratschlägen diverser Arthur-Ex-Frauen, die nicht kochen konnten, aber gute Ratschläge erteilen. Und sich dann zu hochkomischer Theatralik steigert.

Untergrundbewegung

Hauptkorn, Schauspieler aus Herlazhofen, läuft zur Hochform auf, wenn die Sauce alleine vor sich hin köchelt, er Pasta Pasta sein lässt und auf Fantasiereisen geht. Wenn er das nicht so wirklich zufriedenstellende Hackfleisch aus dem Metzgerladen zum Anlass nimmt, eine vegetarische Untergrundbewegung zu gründen und Schlachthof und Weinvorratskeller der Stadt zu stürmen. Wenn er mit Abdullah und einer australischen Kriegsberichterstatterin eine saubere Notlandung hinlegt oder in Chicago von Mafiaboss Gino dazu verdonnert wird, dessen 14-jährige Tochter zu heiraten.

Arthur springt in wildem Parcours von Schauplatz zu Schauplatz, vom Jeep aufs Kamel. Er hangelt, würgt, röchelt, er singt Frank Sinatras «I did it my way» und versteht als Ganzkörpermodell seine (wie er selbst sagt) zu kurzen Beine mit dem Rest des Körpers zu einem erotischen Gesamtbild zu vereinigen.

Er ist Einweiser im Gotthardtunnel, wo beim atomaren Supergau die Schweizer Zuflucht finden, die nicht in sicheren Bunkern sitzen. Und kaum hat er sich eine italienische Mutter gewünscht, wird er zum Kind des Papstes. Das im Vatikan solange quengelt und nicht gut tut («...sonst sag ich, wer mein Papa ist»), bis der Vater die Waffen streckt. Auch an der Nudelfront: «Gehns Kardinal Lehmann, bringens ihm seine verfluchten Spaghetti.»

Zurück nach Lindenberg: Für die von Hannes Hauptkorn angerichtete Mahlzeit gabs reichlich Beifall. Und sie machte Appetit auf mehr. Hörte man doch auf dem Heimweg eine Mutter zu ihrem Kind sagen: «Nein, ich koch heute keine Sauce Bolognese mehr.»

 






Kontrabass:


Bericht aus der Schwäbischen Zeitung vom 22.01.08

"Ich gehe jetzt in die Oper und schreie"

LEUTKIRCH - In der Malztenne der Brauerei Härle hat Hannes Hauptkorn seinen Zuschauern tragikomische Einsichten in das gebeutelte Leben eines Kontrabassisten gewährt. Der Auftakt seiner Allgäuer Tournee ist ihm mit seiner Inszenierung des "Kontrabasses" gelungen.

Sichtlich erleichtert verbeugt sich Hannes Hauptkorn nach einem sowohl sprachlichen als auch emotionalen Kraftakt vor seinem begeisterten Publikum. In der Rolle eines Kontrabassisten hat er etwa neunzig Minuten lang proportional zu seinem Alkoholpegel die Karten seines Lebens auf den Tisch gelegt.

In Patrick Süskinds (bekannt durch den Roman "Das Parfüm") Theaterstück kommt ein Kontrabassist zu Wort, der anfänglich seinem Publikum zu vermitteln versucht, welch ein verkanntes Künstler-Dasein er im Orchester fristet. Nüchtern erkennt er, dass er nie im Fokus der Musikkritik stehen wird. Als ausgewiesener Musikexperte - immerhin ist er Orchestermitglied - beurteilt er die Relevanz des Kontrabasses hingegen anders: "Der Kontrabass ist das wichtigste Orchesterinstrument." Während er erzählt und ein Bier nach dem anderen trinkt - aufgrund "des Flüssigkeitsverlusts" - ändert er seine Meinung und der Zuschauer stellt schnell fest, dass sein schalldichtes Musikzimmer die Isolation von seiner Umwelt verdeutlicht.

Im Suff platzt es schließlich aus dem Musiker heraus, dass er in die Ensemble-Sopranistin Sarah verliebt ist. Leider kennen die beiden sich nicht; die Distanz zwischen ihnen scheint schier unüberbrückbar. Verzweifelt erkennt der Kontrabassist, dass er in einem schalldichten Raum steht "und an sie denkt mit einem Instrument, das keinen Ton spielt, den sie singt."

Sein Hass auf das Instrument, das die ganze Zeit überwachend in der Ecke steht, wächst. Er macht den Bass verantwortlich für sein bisher unmelodiöses Leben.

Und noch ein Bier

Nach dem Genuss weiterer Biere gelangt er zu der Einsicht , dass er nicht mehr als ein Geräusch produziere. Schließlich muss er sich zur Premiere von "Rheingold" aufmachen . Und zu Sarah, deren Namen er heute Abend in der Oper laut heraus schreien will, denn er erkennt: "Man verelendet so oder so!" Ob er es tatsächlich tun wird, bleibt jedoch fraglich.

Mit erheiternden mimischen Darbietungen und durchaus auch unter körperlichem Einsatz hat Hannes Hauptkorn seinen Zuschauern einen unterhaltsamen und kurzweiligen Abend geboten und deutlich gemacht, dass die Komödie ihre wahre Tiefe aus den tragischen Ereignissen eines Lebens zieht.



Bericht aus dem Allgäuer Anzeigeblatt, Do 24.07.2008

 "Einer schaut immer zu"


Ein Orchestermusiker rechnet mit seinem Instrument und seinem Leben ab: Schauspieler Hannes Hauptkorn vollbringt Höchstleistungen als tragikomischer Held in Patrick Süskinds virtuosem Ein-Mann-Stück „Der Kontrabass“.

 

 

Theater: Hannes Hauptkorn bringt Patrick Süskinds Ein-Mann-Stück „Der Kontrabass“ auf die Bühne im Oberstaufner Kurhaus

 

Von Riccarda Gschwend

 

Nüchtern ist der Kontrabassist schon längst nicht mehr. Während seines Monologs trinkt er ein Bier nach dem anderen – wegen des „Feuchtigkeitsverlusts“, wie er sagt. Dass nicht nur Durst hinter seiner großen Trinklust steckt, wird bald klar – der Kontrabassist ist ein einsamer, ziemlich verbitterter Mensch. Gemimt wird er auf der Bühne des Oberstaufner Kurhauses von Schauspieler und Regisseur Hannes Hauptkorn.

 Zu Beginn des Stücks „Der Kontrabass“ von Patrick Süskind, scheint die Welt des Protagonisten noch in Ordnung. Der 35-jährige ist Orchestermusiker, befindet sich in seinem schalldichten Musikzimmer und erzählt dem Publikum vom Musikbetrieb und seiner Abneigung gegen Wagner. An der Wand hängt ein Bild Schuberts, der Kontrabass steht gut verpackt in der Ecke. Sein Instrument propagiert der Musiker, sei das „wichtigste Orchesterinstrument“, bilde das Fundament des Orchesters.

Doch dann – das viele Bier tut sein übriges – beginnt der Bassist, ein ganz anderes Bild seiner selbst zu entwerfen. Er ist unglücklich verliebt in eine Sopranistin. Seit zwei Jahren ist er allein, und Schuld daran, davon ist er überzeugt, ist sein Instrument. Der sperrige Kontrabass verhindere den Kontakt zur Damenwelt. Ist einmal eine Frau zu Gast, „schaut er zu“ und steht dadurch jeglicher Form von Intimität im Weg.

 Je mehr der Musiker redet, umso deutlicher wird: Er hasst seinen scheinbar allgegenwärtigen Bass, findet gar, dass er „grässlich klingt“. Und er hasst sein Leben, das ihn dazu verdonnert, am dritten Pult zu stehen und nicht gehört zu werden, besonders nicht von der angebeteten Sopranistin. Und das ihn dazu verdonnert, als kontaktscheuer, einsamer Mensch in seinem schalldichten, isolierten Musikzimmer zu sitzen und Bier in sich hinein zu schütten.

 
Sprachlich auf höchstem Niveau entwirft Süskind in seinem Ein-Mann-Stück das tragikomische Bild eines Verzweifelten. Von Schauspieler Hauptkorn fordert es Höchstleistungen, die dieser scheinbar mühelos vollbringt. Den sprachgewaltigen Kontrabassisten lässt Hauptkorn auf der Bühne auf eindringliche Weise lebendig werden. Vom Publikum gab es dafür zum Schluss reichlich Applaus.

  



Wenn Männer endlich mal reden ….


… kann daraus ein unvergesslicher Theaterabend werden. Das beweist der Schauspieler und Regisseur Hannes Hauptkorn von Theaterlichter. Mit dem Ein-Mann-Stück  „Der Kontrabass“ von Patrick Süskind (Das Parfüm) begeistert er derzeit das Publikum im Allgäu genauso wie in Oberschwaben. „Es war schon lange mein Traum, den vom Leben gebeutelten Kontrabassisten auf die Bühne zu bringen“, freut sich der Wahl-Leutkircher.  <o:p>


Der Kontrabass war lange Zeit das meistgespielte Stück an deutschen Bühnen. Es ist der tragisch-komische Monolog eines Musikers. Eine ebenso tiefsinnige wie humorige Betrachtung über die Höhen und Tiefen der menschlichen Seele, bei der der Autor sein ganzes Können zeigt. Genauso übrigens wie der Schauspieler. Ein-Mann-Stücke gehören zu den größten künstlerischen Herausforderungen des Metiers - das Hauptkorn perfekt beherrscht. Die Schwäbische Zeitung spricht von „einem sowohl sprachlichen als auch emotionalem Kraftakt vor seinem begeisterten Publikum“ und schwärmt von der „erheiternden mimischen Darbietung“ des Künstlers. <o:p>



Die Günzburger "My-Heimat" schreibt:

"...Hannes Hauptkorn bringt das Stück mit viel Witz und Ironie auf die Bühne. Dabei versteht er es mittels einer deutlichen Aussprache, einer ausführlichen Gestik und vor allem durch eine ausdrucksstarke Mimik, sein Publikum in den Bann zu ziehen. Besonders erwähnenswert ist seine Dirigenten-Parodie, die selbst den nüchternsten Zuschauer lachend zu einem begeisterten Zwischenapplaus bewegt. Alles in allem sorgte Hannes Hauptkorn für einen gelungenen Theaterabend. ..."

 





Das Schwert im Stein:


Bericht aus dem Allgäuer Anzeigeblatt, Di 18.11.2008

Ein Held sein wie der legendäre König Artus

Von Rosemarie Schwesinger |

Sonthofen - Mit psychologischen Problemstücken macht man keine Quote. Darüber grämen sich nicht nur ambitionierte TV-Macher, sondern auch wackre Einzelkämpfer auf den Bühnen der Republik. Der Schauspieler Günther Hannes Hauptkorn trotzte (in Kooperation mit zahlreichen sozial engagierten Verbänden) diesem negativen medialen Trend und ging mit der aktualisierten Artus-Legende «Das Schwert im Stein» auf Tournee. Jetzt trat er in Sonthofens Kultur-Werkstatt auf - vor wortwörtlich «handverlesenem» Publikum! Obwohl Werkstatt-Chefin Monika Bestle dieses eindringliche Jugendstück im Vorfeld sämtlichen Schulen vor Ort ans Herz gelegt hatte, war die Resonanz (mit Ausnahme einer aus Kempten angereisten Lehrerin) gleich Null.

Aber Hauptkorn ließ sichs nicht verdrießen und setzte dieses Spiel um Macht und Ohnmacht, um Gewalt und Menschlichkeit, um Helden und Gedemütigte mit eindringlicher Schauspielkunst unter die Haut. Ein netter unscheinbarer Junge des 21. Jahrhunderts macht sich - in Ritterrüstung - auf gen England, um König Artus zu suchen. Denn dieser legendäre tapfere Ritter war ein Held! Der kannte keine Angst und hatte einst die Menschen rund um den Globus vereint und befriedet.

Für den Vater ein Nichts

Bei ihm selbst sah´s ganz anders aus - er war feig und wollte einfach nur weg von zu Hause, von dem despotischen Vater, für den er «ein Nichts» war. Einer, der unter der Bettdecke Bücher las, anstatt durch Video-Kriegsspiele «zum Mann zu werden».
So wie König Artus wollte er sein, der Junge, und das Schwert aus dem Stein ziehen und damit all seine Probleme lösen und dem Vater Paroli bieten, die Mutter schützen - und sich selbst besiegen. Sensibel und bewegend springt Hauptkorn zwischen den Szenen von Legende und persönlicher Bestandsaufnahme. Ein wenig zu lang vielleicht verweilt er beim Zauberer Merlin, der Artus die (mentale) Kraft verlieh, um sich vom Knappen-Dasein über des Stiefbruders Vorherrschaft zu erheben. Aber die Botschaft kommt rüber: «Alles ist in Dir»! Der Merlin (oder was auch immer einem selbst auf die Sprünge verhilft) ist lediglich ein «Placebo»-Effekt! Siegertypen besiegen sich selbst. Und so macht sich schließlich der Junge auf - von König Artus zurück - mit neuem Selbstbewusstsein in die Gegenwart seiner zerrütteten Familie.

Statt dem Zauberer Merlin weiß er einen Arzt als Helfer an seiner Seite, der die Wahrheit der Verletzungen und «Treppenstürze» endlich ans Licht bringt.

Viel Beifall für diese thematisch dichte und schauspielerisch virtuose Parabel, die sich trefflich als Schulprojekt empfiehlt. Nähere Informationen dazu im Internet unter www.Theaterlichter.de


Bericht aus der Schwäbischen Zeitung vom 20.01.2009

Hauptkorn fesselt mit Parforceritt


LEUTKIRCH - Gewalt in der Familie, Flucht in eine Schein- oder Traumwelt und sensibel abgestimmte Gedankensprünge zwischen Legende und persönlicher Bestandsaufnahme - dies alles bringt Hannes Hauptkorn in seinem Ein-Mann-Stück "Das Schwert im Stein" bewegend auf die Bretter.

Mit Günther Hannes Hauptkorn hat die Vhs Leutkirch einen Profi-Schauspieler in den Bocksaal geholt. Der seit 2007 mit Frau und Kind in Herlazhofen lebende gebürtige Rumäne hat eine lange Bühnen-, Dozenten- und Regieerfahrung in Sachen Schauspielkunst vorzuweisen. Dennoch überraschte Hauptkorn mit dem Schul- und Jugendtheaterstück von Raoul Biltgen durch mitreißende Mimik und Gestik, und legte einen fesselnden Parforceritt durch Geschichte und Wirklichkeit, durch ohnmächtige Wut, Verzweiflung bis hin zu Heldentum und Unscheinbarkeit auf die Bühne.

Flucht vor der Gewalt

Als Ritter verkleidet mit Brustpanzer, Helm, Schwert und Rucksack stellte Hauptkorn einen x-beliebigen Jungen unserer Zeit dar, der sich auf den Weg nach England gemacht hatte, um dort seinem Helden, dem sagenumwobenen König Artus, ganz nahe zu sein. Natürlich gab es einen triftigen, schwerwiegenden Grund für diese Reise, nämlich die Flucht vor dem Zuhause, vor dem gewalttätigen Vater, der ihn und seine Mutter schlägt.

Immer wieder flüchtet sich dieser unscheinbare Junge in Ritterrüstung in die sagenumwobene Welt seines Helden König Artus. Er erzählt dem Publikum die Legende der Ritter der Tafelrunde, um sich in Sequenzen immer wieder an den gewalttätigen Vater zu erinnern. Hauptkorn verstand es par excellence, dem Publikum die Macht und Ohnmacht, die Gewalt und die Menschlichkeit, seine Helden und die Gedemütigten mit Eindringlichkeit nahe zu bringen.

Das Schwert im Stein ist ein Stück mit Texten, die sich durch feinfühliges Gespür für die Befindlichkeit unserer so genannten postmodernen Gesellschaft auszeichnet. Hauptkorn gelang es immer wieder, in sprachlich prägnanter Weise unserer Zeit sozusagen didaktisch den Puls zu fühlen.

Absolute Stille

Im Publikum herrschte während der 90-minütigen Aufführung absolute Stille. Die Gesichter der Zuschauer waren teils betroffen und bewegt - und es lachte niemand - denn dieses Stück ging ans Herz und verdeutlichte die Verzweiflung, die Ohnmacht und die Hilflosigkeit eines Kindes, das die Mutter mit gebrochenem Kiefer leiden sieht, selbst leidet und zum Lügen gezwungen wird, um die Gewaltattacken des eigenen Vaters vor der Gesellschaft zu vertuschen.

Erst ganz zum Schluss wird dem Jungen klar, dass er kein Niemand ist, dass er etwas bewegen kann, und er tritt die Reise zurück nach Hause an. Eine Flucht also, die dort endet, wo sie begonnen hat.

Hauptkorn stellte sich nach seiner Aufführung den Fragen des Publikums und wünschte sich: "Wenn es euch gefallen hat, dann sagt es euren Freunden weiter. Wenn es euch nicht gefallen hat, dann sagt es euren Feinden."

 (Erschienen: 20.01.2009)

 

 



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